
Auf dem Kita-Kongress der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie war das Landesprogramm im Fachforum „Gesundheit von Fachkräften als kollektive Aufgabe“ involviert und hat u.a. Praxisbeispiele eingebracht. Um von Praxis für Praxis Erfahrungswerte, Schlüsselerkenntnisse und konkrete Aktivitäten sichtbar zu machen, haben die Landeskoordinatorinnen fünf Kita-Leitungen zu verschiedenen Fragen interviewt.
Anbei ist ein Interview für Sie zum Nachlesen, vielen Dank an Kerstin Hamann aus der LggK-Praxisunterstützungskita Paradies für Kinder des Bezirks Mitte!
„Gesundheit von Fachkräften als kollektive Aufgabe – welche Erfahrungen haben Sie gemacht?“
In unserer Kita haben wir nach dem Start im Landesprogramm einen intensiven Prozess in der Auseinandersetzung mit dem Thema Gesundheit und Stress durchgeführt. Das führte bei jedem einzelnen Kollegen zu Erkenntnissen auf individueller Ebene und im Team: Was ist Stress? Wie entsteht er und was bedeutet das für jeden Einzelnen im Team? Was ist Gesundheit und Wohlbefinden? Es führte zu wichtigen Erkenntnissen: wie können wir schwierige Situationen gemeinsam begegnen, was braucht jeder Einzelne? Seither kam es zu einem Umdenken, wir achten besser aufeinander, fordern schneller Hilfe an und nehmen auch Hilfe an. Kollegen fragen auch „Hast du heute schon Pause gemacht? Brauchst du nach der schwierigen Situation eine Pause? Aus dem individuellen Reflektieren wachsen ein gemeinsames Verständnis und ein Blick für das Ganze.
„Teamresilienz – welche Erfahrungen waren wichtig?“
Zum Thema Teamresilienz haben wir uns besonders nach der ersten Umsetzungsphase damit auseinandergesetzt: wie können wir Zeiten effektiver nutzen, mehr Zufriedenheit bei den Kollegen erreichen und weniger Belastung schaffen. Wir haben unsere gesamte Besprechungskultur verändert, so dass es nicht mehr zu diesen großen Belastungen in den späten Nachmittags- und Abendstunden kommt. In schwierigen Situationen rückt das Team enger zusammen und der Blick für das Ganze schärft sich. (Wo braucht es Unterstützung?)
„Erfahrungen mit gesünderer Pausengestaltung?“
Kollegen legen gemeinsam großen Wert auf eine gute Pausengestaltung. Der Pausenraum wurde verändert (es gibt jetzt auch einen Massagesessel). Kollegen gehen auch mal in ihrer Pause spazieren, gemeinsam gestalten wir wöchentlich eine Rückenschule für die Kollegen und schauen gemeinsam nach Wegen, wie wir das nachhaltig in den Alltag integrieren.
„Was hat Ihnen konkret geholfen und was möchten Sie weitergeben?“
Eine besondere Erkenntnis im Landesprogramm ist: wir müssen uns ausreichend Zeit nehmen. Wir hatten nie Zeitdruck und konnten unsere Schritte gehen, wie es nötig war und in unserem eigenen Tempo. Es ist sehr wichtig, auch mal Inne zu halten, regelmäßig die Ziele und Maßnahmen zu reflektieren und Erreichtes auch ordentlich zu feiern. Wir haben immer die Eltern mit im Boot und verspüren dadurch ein Verständnis und eine Verbundenheit. Durch die Auseinandersetzung mit den Themen Ernährung und Gesundheit im Kitaalltag gehen die Kinder mit ihren Eltern dazu auch in die Diskussion. Das hat Auswirkungen in die Familien hinein und erleichtert die pädagogische Arbeit.
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