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Seit dem letzten Jahr ist unsere Kita um ein Teammitglied reicher – auf vier Pfoten. Kita-Hund Scotty begleitet uns regelmäßig im Alltag, und schnell wurde sichtbar, welche positive Wirkung seine Anwesenheit auf die Kinder hat. Bevor Scotty offiziell starten durfte, bereiteten wir die Kinder in Ruhe vor: Wir sprachen über Hundesprache, Verhalten, Futter und darüber, was Scotty mag – und was nicht. Gemeinsam entwickelten die Kinder Regeln, die sie selbst gestalteten und stolz im Gruppenraum aufhängten. Schon in den ersten Wochen zeigte sich, wie besonders die Begegnungen zwischen Kind und Hund sein können. Kinder, die sonst eher zurückhaltend sind, suchten vorsichtig den Kontakt, streichelten Scottys Fell oder boten ihm ein Leckerli an. Besonders bewegend war ein Moment, den wir nicht so schnell vergessen werden: Zwei Kinder mit Autismus, die bislang nicht gesprochen hatten, begannen erstmals, den Namen „Scotty“ zu sagen. Es war nur ein Wort – aber ein riesiger Entwicklungsschritt, der uns alle tief berührte. Scotty bringt Ruhe, wo manchmal Unruhe war. Er legt sich zu Kindern, die Trost brauchen, und schafft Nähe ohne Worte. In kleinen „Lesezeiten mit Scotty“ durften die Kinder ihm ihre Lieblingsbücher zeigen und vorlesen – für manche war das der erste Anlass, vor anderen zu sprechen. Natürlich gibt es auch praktische Erfahrungen: Bürsten, Wasser nachfüllen, kleine Gassirunden im Hof. Verantwortung übernehmen – aber mit Herz. Unser Fazit: Ein Kita-Hund ist kein Allheilmittel, aber ein wunderbarer Impuls für Bindung, soziale Kompetenz und emotionale Entwicklung. Scotty ist für viele Kinder nicht nur ein Hund – er ist Freund, Brücke, Zuhörer und Ruhepol. Und wenn Kinder morgens fragen: „Ist Scotty da?“, wissen wir, dass sein Platz bei uns genau richtig ist.

Alexandra Bachmann

Leitung

Kita St.Richard